HOMEOFFICE ALS DRUCKMITTEL? NICHT MIT UNS!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Liebe Beschäftigte bei der 1&1 Telecommunication SE in Montaubaur,

nach mehr als 2 Jahren zähen Verhandlungen für eine Betriebsvereinbarung zur Arbeitszeiterfassung, war ein Abschluss zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat in Reichweite. Auf der Zielgeraden wurden jedoch seitens des Arbeitgebers zentrale Punkte in Frage gestellt, und die gesamten Verhandlungen ad absurdum geführt.

Für solche Situationen gibt es im Rahmen der betrieblichen Mitbestimmung ein gesetzlich vorgesehenes Verfahren: die Einigungsstelle.

Scheinbar scheut unserer Arbeitgeber diese Möglichkeit, denn anstatt sich zügig auf ein solches Verfahren einzulassen, reagiert er mit einem Frontalangriff auf die Belegschaft im Betrieb mit Betriebsrat:
Die Ankündigung der Einführung einer Zeiterfassung ohne eine erforderliche Betriebsvereinbarung. Dem Entzug von Coverdays ausschließlich für die Mitarbeiter dieses Betriebes mit Betriebsrat.

Für uns hat dieses Vorgehen einen Namen: Erpressung!
Damit treffen wir ausdrücklich keine strafrechtliche Bewertung. Wir beschreiben damit den Druckmechanismus, den der Arbeitgeber auf Betriebsrat und Beschäftigte erzeugt. Er gefährdet damit maßgeblich den Betriebsfrieden!

Was mag der Anlass für ein solches Verhalten sein? Möglicher Weise ist der politische und behördliche Druck auf den Arbeitgeber deutlich angestiegen, eine Arbeitszeiterfassung einzuführen. Denn obwohl sich der Arbeitgeber lange dagegen gewehrt hat – muss auch er sich an geltendes Recht halten.

UND IN DEN ANDEREN TEILEN DES KONZERNS?
Auch dort soll eine Arbeitszeiterfassung eingeführt werden; allerdings bleibt in den Betrieben ohne Betriebsrat mobiles Arbeiten weiterhin möglich.

Warum soll das ausgerechnet bei der 1&1 Telecommunication SE in Montabaur anders sein?

Die Botschaft für die Beschäftigten:
Coverdays gibt es nur mit einer Zeiterfassung zu Bedingungen des Arbeitgebers. Keine Zustimmung? Dann verliert ihr eure Coverdays!
Ein Verhalten, das man eher aus dem Feudalismus kennt!

Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen!

Wir stehen solidarisch hinter unserem Betriebsrat in der 1&1 Telecommunication SE in Montabaur!

Aber reicht das aus?

WENN WIR MEHR ERREICHEN WOLLEN, MÜSSEN WIR UNS ORGANISIEREN.

Gerade Situationen wie diese zeigen, warum gewerkschaftliche Organisation wichtig und notwendig ist.

Gewerkschaften können Forderungen auch dort vertreten, wo die Möglichkeiten eines Betriebsrats gesetzlich enden. Gewerkschaften können Tarifverträge aushandeln, ihre Mitglieder beraten und ihnen gewerkschaftlichen Rechtsschutz bieten. Und sie können Beschäftigte über den einzelnen Betrieb hinaus organisieren und gemeinsame Interessen mit dem notwendigen Nachdruck vertreten.

Je mehr Kolleginnen und Kollegen organisiert sind, desto stärker können wir gemeinsam auftreten.
Tarifverträge schaffen Verbindlichkeit.

HOMEOFFICE DARF KEIN DRUCKMITTEL SEIN.

MITBESTIMMUNG IST KEIN HINDERNIS.

SOLIDARITÄT IST UNSERE ANTWORT.
Werde jetzt Mitglied. https://mitgliedwerden.verdi.de

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